VON JASMUND ZUR HALBINSEL WITTOW

Der alte Fischerort Lohme auf Jasmund ist der ideale Ausgangspunkt für einen Ausflug zur nördlichsten Halbinsel. Die Route führt über die Schaabe zum Seebad Juliusruh und nach Breege mit seinen Kapitänshäusern. Vielseitig präsentiert sich das Windland mit der Backsteinkirche in Altenkirchen, dem Fischerort Vittund dem Großflächendenkmal Kap Arkona.

Lohme

Rügen-Atlas: S. 235, D/E 1 Das Fischerdorf Lohme besaß früher eine interessante Hafenanlage: Der Fisch, der etwa 70 m weiter unten in der kleinen Bucht angelandet wurde, kam per Seilbahn nach oben zum ‚alten Fischerhafen« und wurde dort verarbeitet und verkauft. Im 19. Jh. galt Lohme als beliebter See- und Luftkurort. Seit 1997 gibt es einen neuen Jachthafen. Geht man von hier aus ein Stück Richtung Osten, sieht man im seichten Gewässer den Schwanenstein mit einem Volumen von 63 m3 und einem Gewicht von ungefähr 162 t, einen der schönsten Findlinge Rügens. Sein Name beruht auf einer alter Sage: Auf Rügen nämlich bringen nicht nur die Störche, sondern stellvertretend während deren Abwesenheit im Süden auch die Schwäne Kinder. Im Stein nun sollen die neuen Rügener Erdenbewohner eingeschlossen gewesen sein, die, indem der Schwan sie herausholte, schließlich »geboren« wurden. Einer anderen Sage nach fischt der Schwan die Babys aus der Ostsee- der Bürgermeister von Lohme jedenfalls konnte stolz verkünden, der Ort besitze auch einen Kreißsaal.

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Mohnfeld bei Lohme – Rügen

Zu den größten Attraktionen des Ortes gehört ein Besuch der Terrasse des Panoramahotels, von der man einen herrlichen Blick über die Tramper Wiek bis nach Kap Arkona genießen kann. Der Wirt des Hauses, Matthias Ogilvie, bezeichnet sich als philosophierenden Hotelier, veranstaltet ein kleines Kulturprogramm, führt Gäste, die Wert darauf legen, bisweilen über die Insel und plaudert mit ihnen am Abendtisch.

Uber die Schaabe

Rügen-Atlas: S. 234/235, C/D 1 Die Fahrt von Lohme – mit stellenweise holprigem Pflaster – über Blandow und Nardevitz nach Juliusruh führt durch zwei Alleen und gehört sicherlich zu den schönsten Streckenabschnitten auf Jasmund. Vor allem im Frühsommer, wenn der Raps blüht oder etwas später der Mohn, sollte man hinter Nardevitz den Blick links hinüber nach Bobbin (s. S. 176) und zur anderen Seite auf die Tromper Wiek schweifen lassen. Kurz vor Ruschvitz, angeblich der Geburtsort Klaus Störtebekers (s. S. 188f.,), nimmt man die Schnellstraße Richtung Glowe.

Glowe ist der >Kopf< (slaw. glowna) der lang gezogenen Nehrung, die Jasmund mit Wittow verbindet. Der Ort wurde 1314 erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich öffnete sich bei Glowe der Bodden zur Tromper Wiek, doch mit der Zeit wurde so viel Sand angeschwemmt, dass schließlich im 19. Jh. eine Verbindung zwischen den beiden Halbinseln entstand. Die etwa 10 km lange Schaabe wurde um 1860 mit Kiefern, Birken und Fichten befors- tet, um das so entstandene Land zu befestigen, und stellt heute eines der meistbesuchten Badeparadiese Rügens dar. Nach der hügeligen, stillen Landschaft auf Jasmund umfängt den Besucher hier denn auch im Sommer eine betriebsame Strandatmosphäre. Man kann wählen, ob man gleich hinter dem Königshörn, einer 9 m hohen, ins Meer vorspringenden Landspitze mit guter Aussicht, in die Fluten steigt, um anschließend in einem Cafe eine Stär-kung zu sich zu nehmen, oder ob man etwas später, zwischen den Kiefern der Schaabe, zu einer der vielen freien Badestellen am steinlosen Strand läuft.

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